Vogelalbum
Vogelalbum macht aus einem Futterhaus ein Sammelalbum: Jeder Vogel, der zu Gast war, landet darin, mit Foto, Uhrzeit und Art. Das Projekt ist freie Software und läuft zu Hause auf eigener Hardware. Wer eine Kamera hat, kann es nachbauen, ohne Konto, ohne Abo und ohne dass ein Bild das eigene Netz verlässt.
Das ist kein Beispielbild. Hier steht, welcher Vogel zuletzt wirklich an meinem Futterhaus war.
Wie es funktioniert
Eine Kamera schaut aufs Futterhaus, zwei neuronale Netze erkennen, wer da war, und daraus wird ein Sammelalbum, das sich von allein füllt. 148 heimische Arten, gefundene in Farbe, fehlende als Schatten. Dazu Erstfang, Punkte und Abzeichen, damit Kinder wiederkommen. Alles läuft auf eigener Hardware: kein Cloud-Dienst, kein Konto, keine Telemetrie. Die Bilder verlassen das Netz nicht.
Zwei Modelle nacheinander: Das erste beantwortet nur „ist da ein Vogel, und wo?", das zweite bestimmt auf dem Ausschnitt die Art. Der Katalog ist dabei auf heimische Arten eingeschränkt. Ohne diese Einschränkung wird aus einer Kohlmeise zuverlässig eine nordamerikanische Schwesterart, weil das Modell dort trainiert wurde.
Sammlung und Erkennung sind zwei getrennte Teile. Die Erkennung fragt von sich aus nach Arbeit und wird nie angesprochen. Sie braucht deshalb weder eine erreichbare Adresse noch eine Portfreigabe im Router. Genau das erlaubt es, die Kamera zu Hause zu lassen und die Sammlung trotzdem öffentlich zu zeigen.
So sieht es aus
Was man braucht
Eine Kamera, die ein Bild über das Netz liefert. Ein Raspberry Pi Zero genügt, ein ESP32-S3 für rund 17 Euro auch. Für beide liegt fertige Firmware im Projekt. Dazu ein Rechner für die Erkennung; eine Grafikkarte braucht es nicht. Wer keine Kamera hat, kann Fotos vom Spaziergang hochladen. Sie werden von derselben Erkennung bestimmt.
Was es (noch) nicht kann
- Acht heimische Arten kennt das Modell nicht und ordnet sie Verwandten zu, darunter Sumpf-, Weiden- und Haubenmeise.
- Der Vogel braucht fünf bis acht Prozent der Bildfläche. Das ist eine Frage des Bildwinkels, nicht der Auflösung: näher montieren hilft, mehr Megapixel nicht.
- Der Katalog ist auf Mitteleuropa ausgelegt. Andere Regionen sind kein Umbau, aber Datenarbeit.
Vogelalbum ist freie Software unter der AGPL-3.0. Benutzen, verändern und weitergeben ist erlaubt. Entstanden ist es, weil mein Sohn wissen wollte, wer da im Futterhaus zu Besuch ist.